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Kasettenband

Begonnen von icho_mann, Januar 11, 2009, 22:38:18 NACHMITTAGS

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icho_mann

Hier mal das Bild einer Kasettenbandes im Auflicht:

Weis jemand was ich da zu sehen bekomme?
Die Kasette war ziemlich alt.

Danke
Jonathan
Mit freundlichen Grüßen
Jonathan
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Fahrenheit

#1
Hallo Jonathan,

meines Erachtens siehst Du da den Abrieb (helle Stellen), den die Tonköpfe beim Abspielen der Kassette hinterlassen haben. In etwa kann man auch auf die Tonspuren schließen - zu dumm, dass da der Abrieb am größten ist.

Ich erkläre mir das so: der Tonkopf besteht für jede Spur aus mehreren Lagen laminiertem Weicheisen - ein Ring mit einem Spalt, der von einer Spule umgeben ist. Der Spalt liegt genau an der Kontaktfläche zum Band, da dort beim Schreiben das magnetische Feld am größten ist, bzw. der Kopf beim Abspielen am empfindlichsten.

Das Ganze ist z.B. in einem Harz eingegossen (Akai verwendete eine Zeit lang in Glas eingegossene Kerne, so ein Deck steht hier noch neben mir - tut sogar noch  ;D). Das Harz fixiert den ganzen Aufbau mechanisch und schafft eine glatte Oberfläche, um das Band zu schonen.

Irgendwann ist dann genug Material abgetragen und die Oberfläche ist nicht mehr glatt, dann bilden sich wohl die von Dir beobachteten Spuren.

Schöne Grüße
Jörg
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icho_mann

Würde ich bei einer neuren Kasette also sauberere TOnspuren sehen?

Grüße
Jonathan
Mit freundlichen Grüßen
Jonathan
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Fahrenheit

Hallo Jonathan,

bei neuen Kassetten solltest Du eine homogene Fläche ohne Abrieb sehen.

Ich glaube nicht, dass man die Tonaufzeichnung, die ja in der unterschiedlich starken magnetischen Ausrichtung des verwendeten Oxids festgehalten wird (analoge Aufzeichnung: das Audiosignal wird als Intensitätskurve abgebildet) im Mikroskop sehen kann - aber da kann ich mich irren.
Wenn es da was zu sehen gibt, dann weil sich vielleicht die Reflexionseigenschaften des ausgerichteten Oxids ändern. Das hat dann nichts mehr mit Abrieb zu tun. Aber da begebe ich mich auf ganz glattes Eis.

Schöne Grüße
Jörg
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icho_mann

Zitat von: Fahrenheit in Januar 12, 2009, 10:46:15 VORMITTAG
Hallo Jonathan,

bei neuen Kassetten solltest Du eine homogene Fläche ohne Abrieb sehen.

Ich glaube nicht, dass man die Tonaufzeichnung, die ja in der unterschiedlich starken magnetischen Ausrichtung des verwendeten Oxids festgehalten wird (analoge Aufzeichnung: das Audiosignal wird als Intensitätskurve abgebildet) im Mikroskop sehen kann - aber da kann ich mich irren.
Wenn es da was zu sehen gibt, dann weil sich vielleicht die Reflexionseigenschaften des ausgerichteten Oxids ändern. Das hat dann nichts mehr mit Abrieb zu tun. Aber da begebe ich mich auf ganz glattes Eis.

Schöne Grüße
Jörg
Achso ^^
Naja dann mal danke.
ich überleg mir, ob ich eine schöne neue Kasette auseinanderschneide!
Was sieht man eigentlich bei VIdeokasetten?
Kleine Bilder?
Grüße
Jonathan
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wolfg

Hallo Jonathan,

"kleine Bilder" wirst Du wohl sehen können, wenn Du Super-8 Filme unters Mikroskop legst :-)

Viele Grüße
Wolfgang

Wolfram Weisshuhn

Hallo Jonathan,

ich möchte empfehlen, mal bei Wikipedia unter dem Stichwort "Tonband" hineinzulesen. Die Beschichtung eines Tonbandes beruht auf schwierigen Technologien. Die Beschichtung ist nicht dauerhaft und kann sich auch teilweise ablösen. Tonspuren kann man nicht sehen. Was du auf deinem Beitrag zeigst, sind möglicherweise "Schmierspuren" aus der Bandoberfläche.
Die Glanzzeiten des Tonbandes dürften heutzutage vorbei sein. Das Tonband hat sich als eine nicht dauerhafte, nicht stabile Ton-Konservierungsmethode erwiesen.

Viele Grüße

Wolfram Weisshuhn

icho_mann

Danke!
Eine gute interessante Zusammenfassung!
Mit freundlichen Grüßen
Jonathan
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Fahrenheit

#8
Hallo Jonathan,

das mit den kleinen Bildern meinst Du nicht wirklich ernst ...  ;D

Auch auf dem klassischen Videorekorder erfolgt die Aufzeichnung analog. Da die Datenmenge aber ungleich größer ist als bei einfachem Stereoton, würde bei lateraler Aufzeichnung eine sehr hohe Bandgeschwindigkeit benötigt, die unrealistische Anforderungen an Material- und Gerätequalität stellen würde - zumindest im Consumer-Bereich.

Also ist man auf den Trick mit der rotierenden Trommel verfallen, die in einem gewissen Winkel zum Band steht, zwei genau gegenüberliegende Magnetköpfe (einer oben und einer unten an der Trommel) hat und sich schnell dreht, während das Band an ihr vorbeigezogen wird.
Daraus resultieren parallele Spuren auf dem Band, die im gleichen Winkel wie die Kopftrommel verlaufen. Ist der eine Kopf 'oben' fertig, beginnt der andere 'unten' wieder zu schreiben oder zu lesen.

Durch die hohe relative Geschwindigkeit zwischen Kopf und Band ist der Abrieb ein größeres Problem als bei der Audio-Kassette. Ich meine mich zu erinnern, dass es in der Anfangsphase schon Probleme mit der Haltbarkeit der Bänder gab.

Wenn Du also ein richtig altes durchgenudeltes Videoband hast, könntest Du darauf durchaus entsprechende Abriebspuren finden.

Videorekorder  ;D

Schöne Grüße
Jörg
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