Canon Pancake EF 40mm f/2.8 STM

Begonnen von micromax, September 20, 2024, 13:33:13 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Lupus

Hallo Kay,

ich dachte der Ausgangspunkt war ursprünglich eine spiegellose Kamera. Bei Spiegelreflexkameras ist das Problem (je nach herstellerspezifischem Auflagemaß) dass die Linse für APS-C mit Fassung ggfs. zu nahe in den Schwingbereich des Spiegels ragen kann. Spiegellose haben weniger als die Hälfte des Auflagemaßes der Konstruktionszeichnung.

Wolltest Du nicht den billigen Astro-Media Achromaten testen?

Hubert

Peter_le

Hallo,

ich habe vor einiger Zeit ein gebrauchtes M42x1 Balgengerät auf ebay gekauft. Das soll meinen Helicoid ersetzen. Wenn ich endlich mal meine Handsäge finde, säge ich den überschüssigen Balgenteil ab.


Möglich wäre es doch sicher auch, das Helicoid anzubohren, ein Gewinde zu bohren und und das mit einer weichen Schraube vorsichtig zu fixieren?

Grüße
Peter

Kay Hoerster

Zitat von: Lupus in Oktober 11, 2024, 10:34:33 VORMITTAGHallo Kay,

ich dachte der Ausgangspunkt war ursprünglich eine spiegellose Kamera. Bei Spiegelreflexkameras ist das Problem (je nach herstellerspezifischem Auflagemaß) dass die Linse für APS-C mit Fassung ggfs. zu nahe in den Schwingbereich des Spiegels ragen kann. Spiegellose haben weniger als die Hälfte des Auflagemaßes der Konstruktionszeichnung.

Wolltest Du nicht den billigen Astro-Media Achromaten testen?

Hubert

Hallo Hubert, Du hast natürlich Recht, eine spiegellose Kamera würde besser passen. Aber es ändert sich am prinzipiellen Aufbau ja nichts, außer dass man die Länge des braunen Tubus entsprechend vergrößern könnte, sodass z.B. ein Auflagemass von 18 mm entsteht. Das ist aber nur eine simple Längenanpassung vom braunen Tubus. Ich habe momentan die Konstellation für eine DSLR gewählt, weil sie in gleicher Form auch an einer spiegellosen Kamera mit vorgeflanschtem M42x1 Adapter funktioniert. Man kann ja auch an spiegellosen Kameras M42x1 oder T2 Objektive verwenden mit einfachen Zwischenadaptern am Kamerakörper. Da gibt's im WWW für fast alle spiegellosen Kameras eine Fülle von Fremdadaptern.

Das gefasste Qioptiq-Objektiv hatte ich schon im CAD aus einem anderen Projekt, es ist aber recht einfach, eine ähnliche Fassung für den Astro-Media Achromaten zu konstruieren. Ich werde das in den nächsten Tagen mal angehen. Ich gehe dann dazu einfach mal von den Qioptik-Radien und Mittendicken aus, wenn da nichts gegen spricht.

Ich hoffe, ich konnte Deine 'leisen Bedenken' ausräumen?

Viele Grüße Kay
Mit freundlichen Grüßen
Kay

Kay Hoerster

Hallo zusammen, auf die Schnelle hier noch der grundlegende Aufbau mit einer spiegellosen Systemkamera (APS-C) mit 18 mm Auflagemaß. Wie man schnell sehen kann, muss nur die Länge vom braunen Tubus vergrößert werden bzw. an das Kamera-Bajonett noch ein Adapter vom kameraspezifischen Anschluss auf M42x1 gesetzt werden, dann passt es sofort wieder.
@Hubert: Zweifellos ist alles mit der spiegellosen Systemkamera viel einfacher, die Gefahr der Kollision des Tubus der Relais-Optik mit einem Schwingspiegel ist natürlich dann nicht vorhanden.

ToBeContinued...

Viele Grüße Kay
Mit freundlichen Grüßen
Kay

Lupus

Hallo Kay,

grundsätzlich lässt sich die Adaption natürlich so machen. Es wäre aber günstiger wenn man möglichst viele kommerzielle Adapter verwendet statt eigene Drehteile, nur ist man da konstruktiv etwas eingeschränkter. Wichtiger weil empfindlicher in der Einstellung als der Abstand Okular-Achromat wäre der Abstand Achromat-Sensor. Der sollte leicht per Gewinde justierbar sein.

Ein Beispiel für kommerzielle Adapter für MFT auf T2 (T2 gibt es im Astro-Bereich eine große Anzahl von Zwischenringen):
Im Bild hinten links ein längerer, hinten rechts ein kurzer Adapter. Das T2-Innengewinde (links vorne im Adapter) ermöglicht hier die verschiebbare grüne Hülse direkt im Adapter nicht. Stattdessen könnte man mit einem T2-Gewindering mit Kontermutter den Achromaten im Abstand fein verstellen (er muss mit einer Fassung innerhalb des Gewinderinges fest montiert werden), siehe Gewindering vor dem kurzen MFT-Adapter. Und die zusätzliche Verstellung des Okular-Achromat-Abstandes könnte man dann mit einem weiteren daran angeschraubten T2-T2-Adapter durchführen (T2-Innengewindering i.V. mit T2-Außengewindering, mit Kontermutter).

T2 MFT Adapter.jpg

Nur muss man für eine derartige Planung die Geometrie etwas konkreter festlegen (Art des Kamerabajonetts, Auflagemaß, Sensorgröße und damit Achromat-Brennweite)

Hubert

Kay Hoerster

Hallo Hubert, ich sehe, wie bedienen uns bei Adapter- und Tubusringen aus der selben Quelle (Baader, Teleskop-Express etc.)  ;D
Meine bisherigen Bebilderungen sind bitte erstmal als Konzept zu verstehen, völlige Übereinstimmung, dass einige Teile gut und reproduzierbar verstellt / justiert und ordentlich fixiert werden müssen. Das folgt dann in der Detaillierung...

Ich habe leider nur täglich 45 min. Pause am Arbeitsplatz und daheim kein so schönes 3D-CAD System. Und nebenbei in der Pause etwas essen ist auch manchmal nötig...es wird schon werden  :)  :)  :)

Viele Grüße Kay
Mit freundlichen Grüßen
Kay

Nochnmikroskop

Hallo,

ich finde auch so einen "Schiebetubus" ganz nett, dieser ist sogar schon innen geschwärzt.

Wenn jemand so etwas für diesen Anwendungsfall feststellbar (Madenschrauben) konstruieren würde (länge so variabel, das alle gängigen Auflagemaße abgedeckt wären), dann bräuchte man nicht diese ganzen kleinen Zwischenadapter. Mal als Anregung.

LG Frank
Meistens Auflicht, alle Themenbereiche
Zeiss Axiolab, Leitz Orthoplan, Keyence VHX, Olympus SZX16, Canon EOS 700D, Panasonic G9, Touptek u.a.

Lupus

Hallo,

hier ein Beispiel einer Adaption für eine MFT-Kamera mit Hilfe von käuflichen T2-Adaptern und getrennter Einstellung von Fokus und Okularabstand, Fixierung durch 2 Kontermuttern. Links würde dann der T2-Anschluss an den Okulartubus bzw. die Distanzhülse erfolgen.

Kameraadapter MFT T2.jpg

Hubert

Jürgen Boschert

Hallo zusammen,

seit längerer Zeit plane ich ebenfalls schon, so eine Lösung mit einem einfachen Achromaten zu realisieren. In der Bucht wurden vor einiger Zeit neue Achromaten von Bresser, vergütet und mit geschwärzten Rändern, für einen sehr niedrigen Preis, jeweils 10 Stk. angeboten; davon habe ich mir 2 Sätze gekauft. Qualitativ wirklich hervorragend. Die Dubletten haben 27 dpt., entsprechend ca. 37mm Brennweite, was ja für APSc und Okulare mit SGZ von 20 ganz gut passt. In fliegenden Aufbauten klappte das ganz gut; nur habe ich keine Möglichkeit zum Fassen und für die endgültige Montage bisher realisieren können.
Hier habe ich zwei Fragen, am ehesten an Hubert (Lupus) gerichtet.

1. Ist es richtig, dass die planere Seite am besten zum Okular zeigen sollte?
2. Die optimale Position relativ zu Kamerasensor müsste man doch am einfachsten dadurch finden, dass man den Achromaten stellbar anbringt und auf Unendlich einstellt, indem man ein Objekt nahe am Horizont beim Blick aus dem Fenster scharf stellt, da ja auch am Mikroskop ein virtuelles Bild aus dem Unedlichen "eingefangen" werden soll; habe ich da einen Denkfehler?
Beste Grüße !

JB

Lupus

Hallo Jürgen,

Zitat1. Ist es richtig, dass die planere Seite am besten zum Okular zeigen sollte?
ja, hier hatte ich schon einmal eine Vergleichsberechung gemacht, bei der man sieht wie stark sich die Abbildungsqualität außerhalb der optischen Achse verschlechtert wenn die konvexere Seite zum Okular zeigt
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=47053.msg346718;topicseen#msg346718

Zitat2. Die optimale Position relativ zu Kamerasensor müsste man doch am einfachsten dadurch finden, dass man den Achromaten stellbar anbringt und auf Unendlich einstellt, indem man ein Objekt nahe am Horizont beim Blick aus dem Fenster scharf stellt
ja, so ist es. Daher hatte ich hier auch beschrieben dass die gute Fokussierung des Achromaten z.B. durch ein Feingewinde wichtig ist. D.h. man würde bei meinem Montagebeispiel im vorigen Beitrag zuerst den Achromaten mit Hilfe des Kameraadapters an die Kamera montieren, wie gerade beschrieben scharf stellen und diese Position durch z.B. Kontermuttern fixieren. Erst dann würde man diese Einheit an das Okular montieren und dabei den optimalen Abstand zum Okular experimentell ermitteln.

Hubert

Jürgen Boschert

Herzlichen Dank, Hubert.

Jetzt muss ich "nur noch" die entsprechenden Schraubteile finden. Die Achromaten haben einen Durchmesser von 20mm. Sony e-Mount, Fototubus M mit Anschlussring für Tuben 44mm.
Beste Grüße !

JB

Lupus

Hallo Jürgen,

zur Fassung des Achromaten und Montage innerhalb eines Adapterringes wäre ein 3D Druckteil die einfachste Lösung.

Hubert

Lupus

Hallo,

hier zwei konkretere Beispiele einer Adaption an einem Zeiss Monotubus/kleinen Fototubus mit 25 mm Außendurchmesser, 10x Okular und einer MFT-Kamera.

Spezifische Angaben kann man bei Fertigteilen nicht machen, weil es viele Varianten bei Kameras (Auflagemaß, Sensorgröße und dadurch Linsenbrennweite, Okularhöhe und Austrittspupillenabstand, Tubusmaße) gibt.
Z.B. haben Spiegelreflexkameras typisch um die 44 mm Auflagemaß (± mehrere Millimeter, Canon EF 44 mm, Nikon F 46.5 mm), Spiegellose nur etwa 18 mm (Canon EF-M APS-C oder Sony E-Mount 18 mm, MFT-Format 19.25 mm).
Kleinbildformat benötigt für volle Ausleuchtung des Sensors in Kombination mit 10x-Okular Achromate  etwa f=60 mm, APS-C etwa f=40 mm und MFT etwa f=30 mm.
Entsprechend variiert dann der Abstand des Achromaten von der Auflagefläche bei den Beispielen zwischen -4 mm und 26 mm. Wer gerne einen kleineren Ausschnitt aus dem Okularbildkreis wählt weil z.B. die Randunschärfe bei nicht-Planachromaten stört oder umgekehrt den ganzen Bildkreis abbilden will wählt davon abweichende passende Brennweiten mit entsprechend noch größerer Abstandsvariation.

Auf der anderen Seite variiert der Abstand der Frontfläche des Okulars vom Tubusrand und die Höhe der Austrittspupille je nach Bauweise (vom Huygens-Okular bis zum klobigen WF-Brillenokular) deutlich. Außerdem gibt es bei T2-Kameraadaptern lange und kurze Varianten weil für T2-Gewinde kein definiertes Auflagemaß existiert im Gegensatz zu Adaptern für Fremdobjektive.

Oben ist eine maßstäbliche Variante mit umfunktioniertem Astro-Adapter 1.25" (Okular)Steckhülse auf T2-Gewinde und Okular mit niedriger Austrittspupille zu sehen (grüne Teile wären ergänzend notwendig z.B. als 3D-Druckteile).
Unten eine Variante mit altem Zeiss Fotoadapter mit Ringschwalbenanschluss und WF-Brillenokular. Da könnte man natürlich gleich den ganzen Tubusadapter als ein Teil drucken um die anschließende T2-Verlängerung direkt zu montieren.

Kameraadaption Okular-MFT T2.jpg

Hubert