Ellipsometrisches Okular

Begonnen von Florian D., Juli 17, 2020, 21:30:03 NACHMITTAGS

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Florian D.

Leider ist mein Mikroskoparbeitsplatz seit vor Ostern abgebaut, weil in das Zimmer neue Schränke kommen.
Zwischenzeitlich habe ich aber einen lambda/8 Azimuthalkompensator erstanden und musste den jetzt doch mal ausprobieren.
Die Weglängendifferenz des Kompensators wird mit 74 nm angegeben.
Alle folgenden Messungen wurden nur als Einfachbestimmung durchgeführt.
Ich habe jetzt ein Muskovitplättchen zunächst mit dem Berekkompensator vermessen und finde 41 nm Weglängendifferenz.
Doppelbrechende Präparate im Durchlicht geben wesentlich höhere Elliptizitäten als Auflichtpräparate.

Mit dem Azimuthalkompensator habe ich die Methode nach McCullagh verwendet. Diese ist in der Ausgabe vom Rinne/ Berek von
1953 auf Seite 323, 327-328 beschrieben.
Messung bei lambda=550 nm.
Das Muskovitplättchen (Präparat)  wird zunächst in Diagonalstellung gebracht.
Nun wird der Kompensator eingeschoben und die Stellungen des Analysators (a1 und a2) und Kompensators (g1 und g2) aufgesucht, für die wieder Dunkelheit eintritt. Dies kann man auch gut konoskopisch beurteilen. Auslöschung wird für 2 Positionen beobachtet
a1=4,6 Grad, g1=30,8 Grad
a2=5,4 Grad g2=326,2 Grad
Mit der Formel aus Tab. 19, Seite 327 errechnet man 2 theta =25,5 Grad und damit die Weglängendifferenz mit
Delta =2 theta/360 * lambda0 = 39 nm
Das passt zu den 41 nm, die mit dem Kippkompensator gefunden wurden.

Mit der Formel 95 auf Seite 328 erhält man die Weglängendifferenz des Azimuthalkompensators zu 73,4 nm. Im Eichblatt des Kompensators sind 75 nm angegeben.
Für eine schnelle Messung befriedigend.
Die Arbeit ist deutlich bequemer als mit dem ellipsometrischen Okular nach Berek und die optische Qualität auch wesentlich besser.

Viele Grüsse
Florian




hugojun

#31


Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass mir irgendwann solch ein Okular in die Hände fällt.
Die bisher hier im Forum bekannte höchste Seriennummer ist die #57. In dem obigen (Bild) -Beitrag aus dem ,,Erzmikroskopisches Praktikum"
von H. Schneiderhöhn 1952 geht hervor, dass dieses Okular erst ab 1951 in Serie gebaut wurde. Daher gehe ich davon aus , dass nicht ,
wie bisher angenommen , viele Okulare in den Kriegsjahren verloren gingen.
Auch wenn die "German Tank Problem"-Statistik nur ca. 100 Exemplare hergibt.
LG
Jürgen

Florian D.

Hallo Jürgen,

du hast doch die Möglichkeit, diese Analysen mit den lambda/n- Kompensatoren durchzuführen.
Was willst Du da mit dem alten Teil?

Viele Grüsse
Florian

hugojun

Hallo Florian,

hast schon recht, aber dann wäre mein ,,Leitz-System" zum Thema Reflexionsmessung (Spalt-Photometer nach Berek)
und Anisotropie der absorbierenden Kristalle komplett. Bin eigentlich gar nicht der Mikroskop-Sammler,
aber dafür würde ich mal eine Ausnahme machen.

LG
Jürgen