interessanter link für LED-Freunde

Begonnen von Detlef Kramer, Mai 14, 2010, 10:38:54 VORMITTAG

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Alfons Renz

#30
Lieber Herr Henkel,
und alle Lichtoptik-Theoretiker,

Hier der Auszug aus Michel: Die Grundzüge der Theorie des Mikroskops:




Um aber die Diskussion nicht zu theoretisch werden zu lassen, möchte ich auf meine ursprüngliche Frage zurück kommen, und die bezog sich auf eine hier im Forum geäusserte Aussage, daß nämlich die Entwicklung zu immer kleineren Leuchtdioden für unsere Zwecke nachteilig sei.

Das leuchtet mir bislang immer noch nicht ganz ein, auch unter Berücksichtigung des letzten Beitrags von Wilfried: Was wäre denn die minimal notwendige Größe der Leuchtfläche in mm, und was für ein hierfür 'optimiertes' KondensorKollektorsystem wäre nötig - müsste dieses anders gebaut sein, als das der Standardoptik, etwa der Zeiss-Mikroskope?  

Könnte man nicht durch eine zusätzlich einzubringende Mattscheibe (nur dann, wenn nötig) die o.g. Probleme beheben und ansonsten die Vorzüge der immer punktförmiger werdenen Lichtquelle nutzen? Eine ganz praktische, weniger theretische Frage.

Mit besten Grüßen und herzlichem Dank an die vielen, für mich hochinteressanten Beiträge! Ich habe mein unzureichendes Verständnis der Grundzüge der Bildentstehung immer als großen Mangel empfunden, aber nie die Zeit gehabe, mich in die doch schwierige Materie mit der nötigen Ruhe einzuarbeiten.

Alfons


hinrich husemann

Morgendlicher "Nachschlag":
Im Prinzip könnte man auch meiner Meinung nach eine gut streuende Scheibe - z.B. aus Trübglas - direkt vor der Kondensorblende (also in der unteren Brennebene des Kondensors) positionieren. Bei genügend gleichmäßiger Beleuchtung wirkte dann ihre variable, von der Kondensorblende jeweils frei gelassene Fläche dort nicht mehr als stellvertretende, sondern als flächenhafte "primäre" Lichtquelle. Das ist natürlich mit einem starken Intensitätsverlust verbunden, und man könnte mit Hilfe der Sehfeldblende der Leuchte die Beleuchtung des Sehfeldes in der Objektebene nicht mehr begrenzen. (Köhlern wäre also "halbiert").
Auf der anderen Seite: Bei der viel genannten Kreutz-Blende zur schiefen Beleuchtung macht man ja Vergleichbares.
Und so sagen wir frei nach Mephisto: Grau, lieber Freund, ist alle Theorie; doch nichts ist praktischer, als eine gute Solche.
Freundliche Mikrogrüsse
H. Husemann

Detlef Kramer

Lieber Alfons,

mir geht es wohl ganz ähnlich, wie Dir: immer, wenn ich meine, ich hätte es gerafft, merke ich, dass ich doch noch irgendwo ein Problem habe.

in diesem Fall: es ist ja so, dass für die Bildentstehung durch Interferenz der vom Objekt gebeugten Wellen die Kohärenzbedingung erfüllt sein muss, d.h. es können nur Wellen zur Interferenz gelangen, die zum gleichen Zeitpunkt vom gleichen Ort (=Atom) der Lichtquelle emittiert wurden. Damit wären wir bei der Punktlichquelle. Das ist aber wohl Theorie, denn in der Praxis ist es so, dass die Objektstrukturen, die in der Regel ja keine reinen Kristalle sind, unter möglichst vielen Winkeln durchstrahlt werden müssen; deshalb die flächenhafte Ausleuchtung der Kondensor-Aperturblende.

Zu Deiner Frage, wie ein Kondensor für eine Punktlichtquelle, bzw. LED geringer Ausdehnung beschaffen sein sollte: es ist der Kollektor der den Strahl so aufweitet, dass die Aperturblende ausgeleuchtet wird, hat also mit dem Kondensor nichts zu tun. Die Kollektorlinse müsste als, bei gleicher Entfernung, eine umso geringere Brennweite besitzen, je kleiner die Fläche des LED-Chips ist.

Ich hoffe, das ist alles korrekt und verständlich.

Herzliche Grüße

Detlef

Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

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hinrich husemann

Bei solchen Diskussionen versucht man zwischendurch, auch für sich selbst mal wieder zusammenzufassen.
Reale, flächenhafte Lichtquellen muß man sich zusammengesetzt denken aus untereinander inkohärenten (Quasi-)Punktqellen. Auf jede von diesen kann man für die mikroskopische Abbildung die ursprünglichen Abbe´schen Überlegungen anwenden und wegen der Inkohärenz alle einzelnen Ergebnisse überlagernd addieren. Da wegen der Flächenhaftigkeit alle Beleuchtungsarten von gerade (in der opt. Achse) bis schief (vom achsenfernen Rande der Lichtquelle) gemeinsam auftreten, und Letztere das höhere Auflösungsvermögen haben, ergibt sich hier für die Auflösungsgrenze d = lambda(v) / [NA(Obj.) + NA(Bel.)] , mit NA(Bel.) < =  NA(Obj.) und damit dmin = lambda(v) / 2NA(Obj.) als theoretisches Optimum.
Insbesondere mit Annäherung von NA(Bel.) an NA(Obj.), d.h. bei weiterer Öffnung der Kondensorblende, nimmt aber - auch das beschreibt die Theorie - der Bild-Kontrast für zunehmend feinere Objektstrukturen bis zum Erreichen von d kontinuierlich ! (außerdem recht flach!) auf Null ab. Da jeder Strahlungsempfänger einen gewissen Mindestkontrast zur Unterscheidung verschiedener Bildhelligkeiten benötigt, ist die jeweils so berechnete Auflösungsgrenze nicht ganz erreichbar. (Theorie: Nur bei wirklich "punktförmiger" Lichtquelle, also bei NA(Bel.) = 0 , bliebe der Kontrast auch bei zunehmender Feinheit der Objektstrukturen konstant bei 1 und fiele erst bei Erreichen von d = lambda(v) / NA(Obj.) schlagartig auf Null ab.)
Trotz grauer Theorie: Freundliche Mikrogrüsse
H. Husemann

Stephan Hiller

#34
Hallo Wilfried,

du hast natürlich recht, der Vergleich mit der "Lichtquelle" eines TEM hinkt etwas, aber mir ging es um die Veranschaulichung der "Leuchtdichte".

Herr Nowak,

das Thema der "übergroßen" LEDs war ja eingangs der Beginn dieses Threads und ich habe versucht darzulegen, dass solche LEDs nichts "bringen", wenn man sie in die Lampenhäuser von Mikroskopen einbaut, deren Kollektoren für wesentlich kleinere Lichtquellen ausgelegt sind.

Die Diskussion hat sich mitterweile sehr "abstrahiert" und ich möchte im folgenden noch ein paar Bilder zeigen, die das ganze wieder etwas "praktischer" veranschaulichen (was ja der Wunsch von Herrn Renz war).

Zuvor jedoch noch die (partielle) Abschrift des bereits angesprochenen Artikels von Möllring (AP meint Austrittspupille):



Und jetzt die visuelle Veranschaulichung der Thematik. Dabei liegt mir besonders am Herzen zu verdeutlichen, dass sowohl die Kondesorapertur wie auch die Objektivapertur zu berücksichtigen sind. Die folgende Darstellung der Lichtquelle einer Cree XR-E LED aufgenommen mit Hilfe einer Amici Bertrand Linse von der hinteren Objektivbrennebene an einem Zeiss GFL Mikroskop denke ich erläutert die ganzen schon diskutierten theoretischen Sachverhalte recht anschaulich. Normalerweise kann man diese Aufnahmen nicht so einfach erzeugen, da die mattierte erste Kollektorlinse eine klare Abbildung der Lichtquelle verhindert. Ich habe daher diese erste mattierte Kollektorlinse im Zeiss Lampenkollektor 15 durch eine klare Linse getauscht um zu den folgenden Aufnahmen zu kommen. Die Kondensorblende ist immer gerade soweit geöffnet gewesen, dass sie die AP  (Austrittspupille) des Objektivs gerade nicht beschneidet. Die obere Bildreihe wurde mit einem 0,63 nA Kondensoer erstellt die untere mit einem nA 1,4. Gleiche Objektive stehen schräg (7-2-Uhr) gegenüber. Ein 100x Immersionsobjektiv habe ich nur mit dem nA 1,4 Kondensor benutzt.




Ich denke man erkennt deutlich, dass hochnumerische Objektive einen entsprechend hochnumerischen Kondensor benötigen um die AP vollständig auszuleuchten. Die Größe der Cree LED ist zusammen mit dem 1,4 Kondensor für das 100x Objektiv gerade noch ausreichend.
Ich denke damit wird meine Anmerkung verständlich dass LEDs mit kleinerer Leuchtfläche hier "problematisch" werden. Eine Mattscheibe bringt hier nichts, ausser dass man das Licht streut und damit Intensität verliert.

Allerdings bin ich nicht ganz einer Meinung mit Wilfried. Nämlich dass das Verkleinern des Leuchtfeldabbilds einer großflächigen LED (durch einen entsprechend neu berechneten Lampenkollektor) in die Austrittspupille des Objektivs nichts bringen würde. Man würde ja dadurch eine größere Fläche quasi verkleinert in die AP projizieren und damit müsste dort mehr Helligkeit zur Verfügung stehen. Die Leuchtdichte der Quelle selbst hat sich dadurch natürlich nicht geändert, aber für die Beleuchtung des Objekts sollte in diesem Fall mehr Intensität zur Verfügung stehen. Vorausgesetzt dass die größflächige LED die gleiche "Leuchtdichte" hätte wie eine kleinere LED. Oder lieg ich da falsch?

Grüße

Stephan Hiller


typestar

#35
Lieber Wilfried,
lieber Stephan,

dieser Thread ist (mit den vorgehenden) eine wichtige Orientierungsgrundlage (für einen wie mich, der  von der "schieren" Lumenzahl im wahrsten Sinn des Wortes geblendet wurde; was Zahlen psychologisch so alles anrichten können... !)
Da ist es gut,  vor einem finalen LED-Umbau (m)eines Lampenhaus alle lichttechnischen "Imponderabilien" im Grund wirklich zu verstehen   ;)

Stephan, danke  für die schönen und "praktische" Illustrationen zum Kernproblem der Leuchtdichte und des Lichtstrahlwertes bzw. auch zur Korrelation von hoher Objektiv-Apertur und dem dafür adäquat notwendigen hochlichtstarken Kondensor.

Allerdings interessiert mich noch deine theoretische Annahme (als Frage an Wilfried), dass das Verkleinern des Leuchtfeldabbildes der großflächigen LEDs durch einen entsprechenden (jeweils) optisch neu berechneten  +ausgetauschten Lampenkollektor - bei vergleichbarer "Leuchtdichte" - doch etwas bringen würde/könnte, und am "Ende" (was ja das Wichtigste wäre) höhere Licht-Intensität herausschaut:

Zitat von: Stephan Hiller in Mai 22, 2010, 01:22:07 VORMITTAG
Man würde ja dadurch eine größere Fläche quasi verkleinert in die AP projizieren und damit müsste dort mehr Helligkeit zur Verfügung stehen. Die Leuchtdichte der Quelle selbst hat sich dadurch natürlich nicht geändert, aber für die Beleuchtung des Objekts sollte man in diesem Fall mehr Intensität zur Verfügung haben. Vorausgesetzt dass die größflächige LED die gleiche "Leuchtdichte" hätte wie eine kleinere LED.

Sind den Kollektorlinsen (wie im Nikon Diaphot z.B.) nicht vergleichsweise "einfache" optische Linsen?
Wären diese "neu" schwer zu berechnen und vor allem auch bezahlbar?
Wenn das alles einen Sinn hat/hätte - wer kann solche Linsen herstellen?

Oder müssen wir uns - wie Wilfried ja schreibt - halt eben (zumindest derzeit) entschleunigen in diesen Wünschen
nach hoch-effizienten LEDs im Mikroskop (also extrem hohe Leuchtdichte, beste Lumen/Wattzahl bei gleichzeitig möglichst
enger Abstrahl-Charakteristik bei gleichzeitig beherrschbarem Wärmehaushalt)

Danke für alle weiteren Hinweise und viele Grüße - bei diesem Pfingstwetter ist das sowie eine Lesezeit...

Viele Grüße:

Christian


Werner Jülich

Hallo Typestar,
Sie können sich die passende Linse/das Linsensystem ausrechnen und dann einmal in den Katalogen der Hersteller, Linos u.a., nachschlagen, ob sich da etwas Geeignetes findet. Auf diese Weise kann man eventuell bestehende Mikroskope umrüsten. Dummerweise kostet dies Geld und da geht es dann los.
Sollten Sie sich für ein neues Mikroskop entscheiden, so dürfen Sie davon ausgehen, dass den Entwicklern die hier gemachten Überlegungen nicht völlig fremd sind und die zur Abstrahlfläche passende Kollektoroptik geliefert wird.
Ob eine Kollektoroptik immer einfach aufgebaut ist, ist ein anderes Thema, aber auch das löst der Hersteller für Sie, denn meines Wissens haben Sie nur beim AUflichtilluminator die freie Wahl der Kollektoroptik, bis hin zur apochromatisch korrigierten.

Nehmen wir als Beispeil mal das neue Zeiss Axio Lab.A1.
Hier sitzt die Lampe unten im hinteren Stativteil. Sie haben die Wahl zwischen einer Halogenlampe mit Spiegel oder einer LED-Lampe, die aus mehreren Dioden besteht.
Werner Jülich

hinrich husemann

#37
Hallo Herr Hiller,
Wenn Sie -wie im letzten Absatz Ihres letzten Beitrags angedacht- die Lichtquelle - und damit ihre Fläche - optisch in ein Bild von ihr verkleinern, vergrößern sie damit den Raumwinkel, in den dieses weiter strahlt, sodaß die Leuchtdichte des Bildes gegenüber der der Quelle nicht vergrößert werden kann (das ist meines Wissens auch eine "heilige Kuh" des II. Hauptsatzes der Thermodynamik).
Wohl aber können Sie so die Beleuchtungsdichte eines Objektes in dieser Bildebene erhöhen, weil der dort auffallende Lichtstrom auf eine kleinere Fläche konzentriert wird. Das ist bzw. war z.B. für die Fluoreszenzmikroskopie interessant, weil die Leuchtdichte eines Fluoreszenz-Objektes von der Beleuchtungsdichte durch die Erregerstrahlung abhängt. In der klassischen Durchlichtfluoreszenz ist es deshalb auch sinnvoll, für die Beleuchtung des Objektes durch die Erregerstrahlung eine höhere Kondensorapertur als die Apertur des jeweiligen Objektivs zu benutzen (was im normalen Durchlicht ja nicht der Fall ist). Aber im Gegensatz zum Durchlicht ist ja bei der Fluoreszenz der Strahlengang nicht durchgängig; die Fluoreszenzobjekte sind (angeregte) Selbstleuchter und die Erregerstrahlung kommt nicht mehr in den Abbildungsstrahlengang.
Freundliche Mikrogrüsse
H. Husemann

Stephan Hiller

#38
Hallo Herr Husemann,

Zitat von: hinrich husemann in Mai 22, 2010, 13:11:42 NACHMITTAGS
Wohl aber können Sie so die Beleuchtungsdichte eines Objektes in dieser Bildebene erhöhen, weil der dort auffallende Lichtstrom auf eine kleinere Fläche konzentriert wird. Das ist bzw. war z.B. für die Fluoreszenzmikroskopie interessant, weil die Leuchtdichte eines Fluoreszenz-Objektes von der Beleuchtungsdichte durch die Erregerstrahlung abhängt.

Das war es, was ich damit gemeint habe.
Aber vielleicht äussert sich Wilfried dazu ja auch noch.

Wie es Herr Jülich schon angesprochen hat beginnt hier die Grenze dessen, was selbst ein ambitionierter Amateur noch "stemmen" kann. Selbst wenn er die nötige Optik "rechnen kann" und die notwendigen Linsen "kaufen kann" braucht er immer noch die mechanische Umsetzung, und spätestens da wird's dann meist "uferlos" und extrem teuer.

Für mich ist daher der bessere Weg über den experimentellen Ansatz zu gehen (wie oben am Beispiel des GFL gezeigt) und aus der doch recht großen Auswahl an LEDs die auszusuchen, die die optischen Notwendigkeiten für einen gegebenen Kollektor möglichst gut erfüllt. Und wenn man es wirklich richtig macht, dann kann man sogar wie gezeigt nochmal den Faktor 2,5 gegenüber vergleichbaren LEDs rausholen. Und durch Ersatz der ersten mattierten Kollektorlinse durch eine "Klare" kann man sogar noch a "bisserl" mehr holen. Die abstrahlende Fläche der Ein-Chip LEDs (nicht die der mehr Chip LEDs!!) ist ja sehr homogen - viel homogener als die einer gewundenen Glühwendel - und daher kann auf die "Mattscheibe" zur Egalisierung dieser Helligkeitsunterschiede gut verzichtet werden (eine korrekte "Köhlerung" natürlich immer vorausgesetzt).

Grüße aus dem mitterweile sonnigen Oberkochen.

Stephan Hiller

peter-h

Hallo Herr Hiller,

eine sehr schöne Zusammenstellung der Bilder der Objektivbrennebene. Dazu meine Frage.
Hat das GFL keine Streu- oder Mattscheibe nahe der Lichtquelle?
Bei meinem Olympus BH-2 bekomme ich immer ein schön ausgeleutetes Bild ohne jede Struktur der Lichtquelle. Ebenso sehe ich auch an einem Standard 16 nur eine gleichmäßige Leuchtfläche. Gab es also unterschiedliche Lichtwege (mit und ohne Streumittel) in den Zeiss Baureihen ?

Viele Grüße
Peter Höbel

wilfried48

#40
Zitat von: Stephan Hiller in Mai 22, 2010, 13:43:27 NACHMITTAGS

Zitat von: hinrich husemann in Mai 22, 2010, 13:11:42 NACHMITTAGS
Wohl aber können Sie so die Beleuchtungsdichte eines Objektes in dieser Bildebene erhöhen, weil der dort auffallende Lichtstrom auf eine kleinere Fläche konzentriert wird. Das ist bzw. war z.B. für die Fluoreszenzmikroskopie interessant, weil die Leuchtdichte eines Fluoreszenz-Objektes von der Beleuchtungsdichte durch die Erregerstrahlung abhängt.

Das war es, was ich damit gemeint habe.
Aber vielleicht äussert sich Wilfried dazu ja auch noch.

Lieber Stephan,

dass die Erhöhung der Beleuchtungsdichte duch Verkleinerung einer gossen Lichtquelle für die Durchlichtmikroskopie wegen der damit verbundenen Erhöhung des Aperturwinkels nichts bringt, hat Herr Husemann ja nochmal deutlich gemacht.

Bliebe also noch die Fluoreszenzmikroskopie.
Natürlich schert sich das fluoreszierende Objekt nicht um den grösseren Apeturwinkel. Die Frage ist aber, ob es auch technisch ginge. Die letzte Beleuchtungsoptik muss ja dann einen entsprechend höheren Aperturwinkel verarbeiten. In der Elektronenmikroskopie geht es deshalb auf jeden Fall nicht, weil da dann die Linsenfehler zuschlagen. In der Lichtmikroskopie kann man zwar die Linsenfehler korrigieren aber ich zweifle auch hier bis zum praktischen Beweis des Gegenteils.

Deshalb bin ich nach wie vor der Meinung, dass die beste LED diejenige mit der höchsten Leuchtdichte ist, deren Fläche gerade so gross ist, dass sie über Kollektor und Kondensorlinse die hintere Brennebene des höchsten Mikroskopobjektivs gerade ausleuchtet.
Dass deine LED-Adaptionen dieses Kriterium gut erfüllen hast du ja in deinen obigen Abbildungsbeispielen bewiesen und deshalb sind sie ja auch so gut   :).

schöne Pfingstgrüsse auf die Ostalb

von Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

hinrich husemann

#41
Hallo Herr Hiller,
ich bin mir nicht ganz sicher, ob meine Darstellung richtig rübergekommen ist (das kann natürlich auch an Letzterer liegen). Der erste Absatz gilt zunächst ganz allgemein, z.B. auch für das Bild der Sonne bei der Benutzung ein Brennglases.
Bei der Beleuchtung eines normalen mikroskopischen Durchlicht-Objektes (eines, das wenig streut) mittels des Kondensors ist - korrekte Köhlerbeleuchtung vorausgesetzt- bei gegebener Lichtquelle und voll ausgeleuchteter Kondensorblende die Bildhelligkeit bestimmt durch den Öffnungsgrad der Kondensorblende, d.h. durch die damit gegebene Beleuchtungsapertur, solange letztere kleiner oder höchstens gleich der Objektivapertur ist diese also noch nicht ganz oder höchstens voll ausgeleuchtet ist. Eine Vergrößerung der Beleuchtungsapertur über die Apertur des Objektivs hinaus bringt hier (das Objekt streut kaum) keine Erhöhung der Bildhelligkeit. Das liegt daran, daß hier die Helligkeit  des betrachteten mikroskopischen Bildes nur noch durch die Größe (Fläche) des jeweiligen Bildes der stellvertretenden Lichtquelle (seine Leuchtdichte ist von seiner Größe unabhängig) innerhalb der Aperturblende des Objektivs bestimmt und letztlich durch diese "gedeckelt" wird.
Anders, wenn das Objekt stark streut. Die "überschüssige" Beleuchtungsapertur wirkt dann zunehmend wie eine zusätzliche Dunkelfeldbeleuchtung. Mit zunehmender Streuung wird der durchlaufende Strahlengang immer stärker gestört und das Objekt wirkt immer mehr wie ein Selbstleuchter.
Vollständig gilt das dann -wie schon erläutert - für die Fluoreszenz.
Meiner Einsicht nach muß "nur" dafür gesorgt werden, daß a) die voll geöffnete Kondensorblende durch das Bild der Lichtquelle voll ausgeleuchtet ist - und dafür ist das Zusammenpassen von Kollektor und Fläche der Lichtquelle zuständig - und b) die Leuchtdichte der Quelle genügend hoch ist.
Pfingstfreudige Mikrogrüsse (Auch in Ost-West-Falen zeigt sich bei etwas steigenden Temperaturen etwas mühsälig die Sonne)
H. Husemann
Jetzt lese ich gerade nach dem Schreiben auch die Antwort von Herrn Nisch. Wir sind da wohl nicht weit auseinander.

Stephan Hiller

#42
Hallo Herr Höbel,

bei den Zeiss Standard Mikroskopen die mit einem Lampenkollektor 15 ausgestattet sind war die erste der 3 Kollektorlinsen (also die, die der Lichtquelle am nächsten ist) so wie bei Ihrem Olympus immer mattiert. Einen Schnitt durch diesen Lampenkollektor können sie übrigens in meiner Beschreibung zur LED Beleuchtung für die Zeiss Mikroskope im alten Mikroforum sehen:

http://www.mikroskopie-forum.de/produkte/Hochleistungs_LED_Beleuchtung.htm

Daher hätte ich auch in meinen Photos mit so einer Linse immer ein absolut homogen ausgeleuchtetes Bild der Objektivpupille gesehen ohne jedwede Struktur der Lichtquelle. Das wollte ich aber gerade nicht, weil ich zeigen wollte, dass die Lichtquelle bei einer Erhöhung der Objektivapertur immer kleiner in die Objektivaustrittspupille abgebildet wird (und bei einer Erhöhung der Kondensorapertur wird sie im Prinzip in der AP vergrößert - bezogen auf das gleiche Objektiv). Das erkennt man nun mal besser, wenn man die "Struktur" der Lichtquelle mit abbildet und das geht beim Zeiss Lampenkollektor 15 eben nur, wenn man die erste mattierte Kollektorlinse gegen eine Klare austauscht. Die klaren Linsen findet man häufig in den Auflichtlampen der älteren Zeiss Binokulare oder auch in der Köhlerleuchte, die man als kleine Beistelleuchte neben das Mikrsokop stellen kann.
Der Aufbau der Kollektoren dieser Lampen ist identisch zu dem der Kollektorrohre 15, die in den Stativfüßen der Standard Mikroskope verbaut wurden, so dass die Linsen gegeneinander austauschbar sind. Und das hab ich gemacht um diesen Effekt zu zeigen.


Schöne Pfingsten

Stephan Hiller

peter-h

Hallo Herr Hiller,

besten Dank für Ihre Erläuterung zur Beleuchtung bei den Zeiss Standard Mikroskopen. Damit ist die Welt auch bei mir wieder in Ordnung.

Auch Ihnen schöne Pfingsten und Grüße
Peter Höbel

Klaus Herrmann

#44
Zitatbei den Zeiss Standard Mikroskopen die mit einem Lampenkollektor 15 ausgestattet sind war die erste der 3 Kollektorlinsen (also die, die der Lichtquelle am nächsten ist) so wie bei Ihrem Olympus immer mattiert.


..also ich habe mindestens 2 dieser Beleuchtungsrohre für die 15 W Leuchte die klar sind. Sie sind praktisch neu.

Edit: Nr 46 70 50 wobei ich gestehen muss, dass ich noch in keiner Dokumentation die Unterscheidung mit mattiertem Kollektor und klarem Kollektor gefunden habe. Aber sie sind von CZ!
Dass die Stemi-Lampengehäuse klare Kollektoren haben ist bekannt, da kann man in den Filterhalter ein Mattfilter einlegen.
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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